skate-aid: „Nicht nur bauen und weg, wir überlassen den Skatepark jetzt euch selber.“

P1080156Es war einmal ein Lehrer. Der rollte in den 1970ern und -80ern auf dem Skateboard herum und übte da auch so krasse Tricks. Und den gibt’s noch immer (aber nicht mehr als Lehrer) und er skatet wahrscheinlich noch ab und zu: Titus Dittmann. Er gründete nicht nur eine der größten Skateboardmarken in Deutschland, sondern auch eine Organisation, die mithilfe von Skateboarding Kindern und Jugendlichen in Krisengebieten und -zeiten auf fröhlichere Gedanken und in Bewegung bringt. Zum Beispiel in Nairobi, Kabul, Bethlehem, Sao Paulo, aber auch in deutschen Städten wie Münster, Lingen und Köln ist skate-aid verortet.

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Zusammen mit Schulen, Jugendzentren und anderen lokalen Institutionen werden Skateparks gebaut oder Skateboard-Workshops durchgeführt. Dabei ist der Hilfsorganisation grundsätzlich eine Zusammenarbeit wichtig, die über das einmalige Bauen und Workshopgeben hinaus geht. Das erzählte mir Sascha, der Aktivistenmanager von skate-aid als ich ihn vor ein paar Jahren für meine Masterthesis interviewte. Es sind immer auch Unterstützer jeweils im Ausland vor Ort, die da nicht nur eine fertige Rampe hinstellen, sondern auch den Kindern und Jugendlichen zeigen, wie man so etwas eigentlich baut. Aktive Skater können sich als Freiwilligendienstleistende bei skate-aid bewerben. Schaut man sich die Ziele von skate-aid an, geht es viel um Ablenkung vom Alltag und von Konflikten, die sowohl bei uns als auch in benachteiligten Ländern deutlich gebraucht wird. Erstklassig finde ich das Projekt „Skaten statt Ritalin“ für hyperaktive Kinder und Teenys in Münster.P1080179

Ich frage mich jetzt nur noch, wer eigentlich spezielle (Titus-) Skaterklamotten braucht. Wahrhaftige Skater kaufen sich so etwas bestimmt nicht, tragen die nicht abgewetzte Jogginghosen? Ich selbst cruise jedenfalls mit Nichtmarken-Lieblingskleidung.

 

Standort und Träger: Hauptquartier ist Münster, skate-aid e. V., skate-aid support GmbH, Titus Dittmann Stiftung

Zielgruppen: (benachteiligte) Kinder und Jugendliche

Mitarbeiter: momentan ein Hauptamtlicher im Verein und ganz viele Ehrenamtliche und Aktivisten; in der GmbH zur Zeit vier Angestellte

Finanzierung: Spenden(-aktionen), Projektanträge bei anderen Stiftungen oder Organisation, beispielsweise Engagement Global

Homepage: http://skate-aid.org

Ähnliche Institutionen: skateistan (Hauptsitz in Berlin), Tony Hawk Foundation (Vista, Kalifornien/USA)

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Auf diesen Skateboard-Decks wird nicht gestanden, sondern gesessen. Vor dem Titus-Laden in Leipzig.

 

 

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