Ökolöwe und Ökofete: „Unsere Klos riechen einfach besser.“

P1090132Auf meine Bewerbung beim Ökolöwe Umweltbund Leipzig e. V. erhielt ich eine Absage. Versteh ich gar nicht, die Stellenausschreibung passte 100 Prozent auf mich. Aber ich will mal nicht so sein. Ökolöwe kriegt trotzdem einen Platz auf diesem Blog. Außer dass er jedes Jahr die Leipziger Umwelttage mit der Ökofete als Höhepunkt organisiert, setzt sich der Verein seit 28 Jahren u.a. für mehr Stadtgrün, den Ausbau des Radverkehrsnetzes, eine Auto-minimierte Innenstadt, Lärmschutz und die Entwicklung von Bus und Bahn ein. Ökolöwe macht Druck bei der Stadtverwaltung, hakt nach, greift ein, sammelt Unterschriften, bietet aktive Unterstützung. Außerdem betreibt der Umweltverein eine Bibliothek. Neben der Arbeit der Hauptamtlichen, Praktikanten und BFDlern, treffen sich die ehrenamtlichen Arbeitsgruppen „Abfall“ und „Naturschutz“ jeweils einmal im Monat, um neue Ideen kreativ umzusetzen.

P1090120Die Besucher der Ökofete sind durchmischt, vom Kleinkind bis zum Greis. Viele Männer hinter den Ständen tragen Bärte und Wollmützen, ansonsten sind gar nicht viele „Ökos“ zu sehen. Vertreten sind Bio-Händler von Nahrungsmitteln, Kleidung und anderen ökologischen Produkten, Natur- und Umweltprojekte aus ganz Deutschland, Tierschutzorganisationen, Energie- und Finanzunternehmen sowie Künstler; sie alle haben (teilweise neben dem Geldmachen) im Fokus die Natur zu schützen und nachhaltige Alternativen zu bieten. Ich probiere Super-Algen, lasse mich bezüglich sozialer und umweltfreundlicher Finanzanlagen beraten, kaufe regionalen Honig, bekomme Bio-Dünger und grünen Tee geschenkt, erfahre, dass Kuhmilch für Tier und Mensch schädlich ist und lasse mir von den Ökolocus-Jungs vorschwärmen, wie angenehm die Nutzung der Mobiltoiletten ist. „Los, geh doch gleich mal drauf!“ „Ähm… ich muss aber grad nicht.“ „Dann trink Limo. Los, es lohnt sich wirklich!“ Am Stand von Fairmeals schimpft eine Besucher-Omi, dass die jungen Leute ja immer so viel Essen wegschmeißen, selbst wenn es nur ein bisschen schimmelig ist, wo sie früher doch so wenig hatten. Sie schaut mich an: „Sie werden das auch noch lernen!“ Hä? Da hat sie wohl etwas nicht verstanden, denn die „jungen Leute“ von Fairmeals setzen sich ja genau gegen das Wegschmeißen von übriggebliebenen Essen in der Gastronomie ein. Für diese Organisation wollte ich hier zwar auch lobende Werbung machen, aber da sie auf ihrer Homepage irgendwas von Hunger in Deutschland faselt und Hartz 4 mit Armut gleichsetzt, ist sie bei mir unten durch. Und ja, ich schmeiße angeschimmelte Lebensmittel weg.

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Bio-Dünger, entwickelt an der HTW Dresden

Da auch große Umweltorganisationen wie BUND, NABU und Greenpeace vor Ort sind, frage ich die Organisatoren, ob sie diese nicht als Konkurrenz auf der eignen Party sehen. „Jein. Wir konzentrieren unsere Arbeit ja auf die Region und haben teilweise andere Themen als die großen Organisationen.“ Genau das schrieb ich auch in meine Bewerbung, dass Ökolöwe mich als kleinere, alternative Organisation überzeugt. Hat den Verein aber nicht überzeugt, noch nicht.

 

Standort und Träger: Ökolöwe Umweltbund Leipzig e. V.

Zielgruppen: alle Leipziger, umweltbewusste und umweltschädigende Bürger, öffentliche Institutionen

Mitarbeiter: knapp 25 Hauptamtliche/Praktikanten/BFDler, ca. 30 Ehrenamtliche

Finanzierung: Mitgliedsbeiträge, Spenden, Projektförderung von Dritten (z. B. Stadt Leipzig)

Homepage: https://oekoloewe.de

Ähnliche Institutionen: gibt es zu Hauf, auch NABU und Co. haben Ortsgruppen in Leipzig

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