Nelson Mandela Foundation: „Take action, inspire change, make every day a Mandela day.“

Ich war in seinem Schlafzimmer. Aber da lebte er gar nicht mehr in seinem Haus in Soweto, da war es bereits ein Museum. Heute, am 18. Juli 2018 wäre Nelson Mandela 100 Jahre alt geworden. Eine gute Gelegenheit um nochmal nachzuforschen, was dieser Mensch eigentlich Besonderes gemacht hat.

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© Herbert Shore/Ahmed Kathrada Foundation

Seit dem 17. Jahrhundert machten sich Europäer auf der Südspitze Afrikas breit, zuerst Niederländer, später auch Deutsche, Franzosen und Briten. Sie bekriegten sich gegenseitig, sie bekriegten die einheimischen Afrikaner, sie brachten tausende Sklaven aus Asien mit. Und so begann in Südafrika der ganze Scheiß mit der Apartheid, der Rassentrennung, die in der Mitte des letzten Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte und bis heute deutlich ihre Spuren in der Republik Südafrika hat.

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(Sorry, den Urheber dieses Bildes kenne ich nicht; ich habe es im Apartheid Museum abfotografiert, weil ich so beeindruckt von der Menschenschlange vor dem Wahllokal war.)

Nelson Mandela engagierte sich in der Partei ANC (African National Congress) und war Aktivist gegen die Apartheid. Die Partei wurde 1960 verboten, Mandela 1963 inhaftiert und 27 Jahre später entlassen. Zusammen mit dem damaligen Präsidenten Frederik Willem de Klerk, der 1989 das Ende der Apartheid verkündete, bekam er den Friedensnobelpreis. Nelson Mandela war 1994 der erste schwarze und demokratisch gewählte Präsident des Landes. Diese ersten freien Wahlen waren ein historischer Moment in der Weltgeschichte.

P1090210Als ich 13 Jahre nach diesen Wahlen einen Freiwilligendienst in Südafrika machte (der höchstwahrscheinlich mehr mir als den Südafrikanern diente), fragte ich am Youth Day, dem nationalen Gedenktag an den blutigen Schüleraufstand von 1976 in Soweto, meine Gasteltern, ob sie mir etwas über die Apartheid erzählen können. Der Gastvater zeigte mir seinen Pass, den alle Schwarzen während der Unterdrückung durch die weißen Südafrikaner immer bei sich tragen mussten; er enthielt zahlreiche persönliche Details und legte u. a. einen geografischen Bereich fest in dem die Person sich aufhalten durfte. „I still struggle to give any white person a hug.“, sagte meine Gastmutter mir ehrlicherweise. Ich fühle mich noch immer geehrt, dass sie mir trotzdem so aufgeschlossen eine Unterkunft in ihrem Haus (und in ihrem Swimming-Pool) gaben.

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© Nelson Mandela Foundation

Bis 1999 war Nelson Mandela Präsident. Nach diesem Amt gründete er eine eigene Stiftung, die bis heute das Erbe von Mandelas Engagement aufrechterhält. Nelson Mandela starb vor nicht ganz fünf Jahren. Die Nelson Mandela Foundation trägt die Vision, die Menschen an die Vergangenheit zu erinnern, alle Stimmen der Gesellschaft zu hören und soziale Ungerechtigkeit zu verfolgen. Zur Initiative des heutigen 100. Geburtstages vertreibt die Stiftung sogar Tshirts, Hoddies, Mützen, Armbänder, Anstecker, Notizbücher, Kissen, Tischdecken, Topflappen und Uhren mit Mandelas lachendem Gesicht. Ein Hype, den man als Nicht-Südafrikaner nicht ganz nachvollziehen kann. Aber trotzdem unverzichtbar, dass diese Welt Vorbilder wie Nelson Mandela hat.

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Standort: Johannesburg, Südafrika

Zielgruppen: du und ich

Mitarbeiter: 9 Vorstandsmitglieder und 25 Angestellte

Finanzierung: Stiftungsvermögen, Spenden

Homepage: https://www.nelsonmandela.org/

Ähnliche Institutionen: Apartheid Museum Johannesburg, Mandela House Soweto, Ahmed Kathrada Foundation

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